Veröffentlichen 5 Min. Lesezeit Aktualisiert 01. August 2026

Exposé für ein Buch erstellen: Inhalt, Aufbau und Vorlage

So stellst du Roman oder Sachbuch professionell vor: Pitch, Zielgruppe, Vergleichstitel, Figuren, vollständige Handlung und Autorenvita.

ManuBook Blogbild: Exposé für ein Buch erstellen: Inhalt, Aufbau und Vorlage

Ein Exposé ist die Entscheidungsgrundlage zu deinem Buch. Agenturen und Verlage wollen damit schnell erkennen, ob Idee, Zielgruppe, Handlung und Positionierung tragen. Anders als ein Klappentext darf ein Romanexposé das Ende verraten. Klarheit ist wichtiger als künstliche Spannung.

Prüfe zuerst die individuellen Vorgaben

Umfang und Bestandteile unterscheiden sich. Manche Empfänger wünschen zwei Seiten, andere fünf oder ein separates Figurenblatt. Halte Dateiformat, Schrift, Leseprobe und Versandweg exakt ein. Ein maßgeschneidertes Exposé zeigt Professionalität.

Die typischen Bestandteile

  1. Arbeitstitel, Genre und Umfang: präzise bibliografische Eckdaten.
  2. Pitch/Logline: Hauptfigur, Ziel, Konflikt und Besonderheit in wenigen Sätzen.
  3. Zielgruppe und Positionierung: wer liest das Buch und warum?
  4. Vergleichstitel: aktuelle, passende Bücher mit erklärtem Bezug.
  5. Figuren: nur zentrale Personen und ihr Konfliktbogen.
  6. Handlungsabriss: vollständig, kausal und inklusive Ende.
  7. Autorenvita: relevante Erfahrung, Publikationen oder Plattform.

Die Handlung kausal zusammenfassen

Erzähle nicht jedes Kapitel nach. Folge den Entscheidungen, die die Richtung verändern. Zeige Ausgangslage, auslösendes Ereignis, Hauptkonflikt, entscheidende Wendungen, Krise und Auflösung. Der Text sollte verständlich sein, ohne dass man das Manuskript bereits kennt.

Positionierung statt Superlative

„Das nächste Weltbestseller-Phänomen“ liefert keine Information. Erkläre stattdessen Ton, Zielgruppe und Marktanschluss. Vergleichstitel sollten aktuell, realistisch und in einem konkreten Punkt ähnlich sein: Leserschaft, Erzählform, Thema oder Atmosphäre. Zeige anschließend, was dein Buch eigenständig macht.

Sachbuch-Exposé: Nutzen und Kompetenz

Bei Sachbüchern stehen Leserproblem, Nutzenversprechen, Kapitelstruktur, Quellenbasis, Konkurrenz und Autorenkompetenz stärker im Vordergrund. Oft gehören Vermarktungsansätze und vorhandene Reichweite dazu. Behaupte keine Zielgruppe „für alle“; beschreibe konkret, wem das Buch bei welchem Schritt hilft.

Stil: sachlich, aber nicht leblos

Schreibe im Präsens, verwende klare Namen und bevorzuge aktive Verben. Der Ton darf die Atmosphäre des Romans anklingen lassen, sollte aber nicht in szenische Dialoge oder rätselhafte Andeutungen wechseln. Jeder Absatz beantwortet eine Entscheidungsfrage: Was verändert sich, warum handelt die Figur und wohin führt das?

Die vollständige Einreichung als Paket prüfen

Anschreiben, Exposé und Leseprobe müssen dieselben Angaben zu Titel, Umfang und Genre enthalten. Beginnt die Probe an der verlangten Stelle? Sind Kontaktdaten und Dateinamen eindeutig? Versende nur die geforderten Bestandteile. Ungefragte Coverentwürfe, Playlists oder umfangreiche Weltarchive erschweren die Prüfung eher.

Überarbeitungscheck

  • Ist der zentrale Konflikt im ersten Absatz erkennbar?
  • Sind Ursache und Wirkung klar, ohne Szenenlisten?
  • Wird das Ende eindeutig genannt?
  • Passen Genre, Zielgruppe und Vergleichstitel zusammen?
  • Enthält die Vita nur Relevantes?
  • Entspricht alles den Vorgaben des Empfängers?

Wenn dein Plot noch nicht auf zwei Seiten verständlich wird, prüfe zunächst seine Wendepunkte mit dem Artikel Der perfekte Plot. Ein gutes Exposé erfindet keine Klarheit – es macht vorhandene Klarheit sichtbar.

Das Exposé ist ein Entscheidungsdokument

Ein gutes Exposé beweist nicht, dass du kunstvoll formulieren kannst – das zeigt die Leseprobe. Es zeigt, dass du dein Buch, seine Zielgruppe und die vollständige Dramaturgie beherrschst. Prüfe deshalb zuerst die Vorgaben der Agentur oder des Verlags. Umfang, Reihenfolge und gewünschte Anhänge unterscheiden sich; eine individuelle Vorgabe schlägt jede Internetvorlage.

BausteinAufgabePrüffrage
PitchKonflikt und Besonderheit in 1–3 SätzenIst Hauptfigur, Ziel, Widerstand und Einsatz erkennbar?
BuchdatenGenre, Zielgruppe, Umfang, StatusSind Angaben konkret statt werblich?
HandlungKompletter Verlauf inklusive EndeWerden Entscheidungen und Wendepunkte kausal?
FigurenNur dramaturgisch relevante RollenErklärt jede Beschreibung Verhalten im Plot?
PositionierungVergleichbare Titel und AbgrenzungSind Vergleiche aktuell und funktional?
VitaRelevanz und professioneller KontextHilft die Information bei der Buchentscheidung?

Die Inhaltsangabe verrät das Ende

Die prüfende Person ist kein Buchshop-Kunde. Sie muss erkennen, ob Konfliktsteigerung, Figurenentscheidungen und Auflösung tragen. Schreibe im Präsens, nenne Hauptfiguren eindeutig und widme Wendepunkten mehr Raum als atmosphärischen Nebenszenen. „Es kommt zu vielen Gefahren“ ersetzt keine konkrete Kausalität.

Exposé-Fragen

Wie lang sollte ein Exposé sein?

Es gibt keinen universellen Umfang. Häufig sind wenige Seiten gefragt; maßgeblich ist die konkrete Einreichungsvorgabe.

Darf ich Cliffhanger verwenden?

Im Pitch ja, in der vollständigen Inhaltsangabe nein. Dort muss die Auflösung erkennbar sein.

Welche Vergleichstitel sind gut?

Aktuelle Bücher mit ähnlicher Zielgruppe, Positionierung oder Leseerfahrung. Erkläre den Vergleich, statt nur berühmte Namen aufzuzählen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Er ersetzt keine individuelle Prüfung eines konkreten Einzelfalls. Trotz sorgfältiger Erstellung können Inhalte unvollständig, veraltet oder fehlerhaft sein; die gesetzlich zwingende Haftung bleibt unberührt.

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